Nicht allein fotografische Bilder werden fortlaufend in bemerkenswerter Geschwindigkeit produziert. Ganz scheint es so, als wolle der wissenschaftliche Diskurs zur Fotografie mit einer solchen Entwicklung mithalten. Denn längst ist die Zahl an Publikationen, die sich theoretisch wie historisch für das Fotografische interessieren, unüberschaubar geworden. Ein Seminar zu „Neuer Fototheorie“ kann also gar nicht anders als einen kleinen Ausschnitt aus sehr viel umfassenderen Debatten in den Blick nehmen. Gerade dies aber ist die Idee: Im Sinne eines „Journal Club“ sollen neue Texte nicht entlang eines bestimmten thematischen Schwerpunkts ausgewählt werden, gesucht wird statt dessen eine große Breite möglicher Fragestellungen und Thesen, die gegenwärtig zur Fotografie publiziert werden.

Das Seminar soll dazu dienen, wichtige Neuerscheinungen der Fotografie-Forschung miteinander kritisch zu diskutieren. Zur Debatte stehen sowohl Texte mit einem ästhetischen, bildtheoretischen bzw. systematischen Fokus als auch solche mit einem eher historiografisch gefassten Interesse. Die Auswahl der Aufsätze bzw. Kapitel wird dabei so getroffen, dass jeder Text einerseits eine Einführung in zentrale thematische Felder der zeitgenössischen Forschung darstellt, andererseits aber auch dazu dienen kann, grundlegende methodologische Fragen miteinander zu besprechen. Zu Beginn des Semesters stehen alle Texte in einem PDF-Reader zur Verfügung.