Schaut man sich heute in der Medienlandschaft um, könnte man meinen, Ästhetik sei überall und alles sei irgendwie „ästhetisch“. Aber was ist damit gemeint? Dass etwas „schön“ oder attraktiv sei? Dass die bezeichneten Atmosphären, Stile und Moden jeweils ein spezifisches „Design“ besitzen, das eigene Bezeichnungen rechtfertigt? Neben „Cottage Core“, „Boho Chic“, „Vintage Revival“ und anderen, fast täglich wechselnden Vibe-Brandings gibt es auch in der philosophischen Ästhetik neue Kategorien wie „cute“, die es vor ein paar Jahren wohl noch nicht geschafft hätten, sich zwischen dem „Schönen“ und dem „Erhabenen“ eines Hume oder Kant einzureihen. Ein weiterer Aspekt betrifft die Politisierung der Kunst, der heute (einmal mehr) abverlangt wird, sich vor allem weltanschaulich zu positionieren. Adornos Diktum, dass „Kunst die Chance der Form“ habe „und sonst nichts“, scheint vor diesem Hintergrund obsolet. Oder nicht? Das Seminar wird ausgehend von Fragen dieser Art und auf der Grundlage der gemeinsamen (Teil-)Lektüre von Gegenwartsästhetik (Baßler und Drügh) danach fragen, was Ästhetik heute eigentlich sein und leisten kann und worauf sie sich bezieht. Dabei werden wir stets vergleichend auf klassische Positionen der philosophischen Ästhetik rekurrieren. Bestandteil und zugleich Auftakt des Seminars ist die internationale Tagung „Crisis and Form. Politicisations of Art“, die vom 22.04. bis zum 24.04. in Kooperation mit der AG Medienphilosophie der Gesellschaft für Medienwissenschaft und der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) ausgerichtet wird. Das Programm wird zeitnah bekannt gegeben. |
- Lehrkraft: Markus Rautzenberg