Musikgeschichte ist in den Kernlehrplänen Musik NRW  für Sekundarstufe I und Sekundarstufe II als Unterrichtsgegenstand vorgesehen (Inhaltsfeld "Entwicklungen von Musik". Wie sich die unterrichtliche Thematisierung musikgeschichtlicher Sachverhalte von anderen Inhaltsfeldern unterscheidet und welche Konsequenzen dies in methodischer Hinsicht hat, soll im Seminar an ausgewählten Gegenständen erarbeitet werden.

Literaturhinweise:

Stefan Orgass (2012). Kategorien musikgeschichtlicher Erfahrung und ihre unterrichtliche Thematisierung, in: Diskussion Musikpädagogik 56, 2012, S. 30–37; ders. (2016). Kategorien musikgeschichtlicher Erfahrung als Vorgabe curricularer Obligatorik für Musikunterricht. In: Lars Oberhaus & Melanie Unseld (Hrsg.), Musikpädagogik der Musikgeschichte. Schnittstellen und Wechselverhältnisse zwischen Historischer Musikwissenschaft und Musikpädagogik (S. 105–132). Münster und New York: Waxmann.

Siehe Modulhandbuch!


Das Seminar wird durch ein Tutorium begleitet, das Herr Lars Gajda anbietet und ab dem 08. Mai 2026 freitags (wöchentlich) in Raum S 104 sowie am 17.07.2026 (10.00 bis 15.00 Uhr) in Raum S 102 stattfindet

Das Teilmodul MA-LM GyGe-3.1 wird mit einer 10- bis 15-seitige Schriftlichen Arbeit zu diesem Seminar abgeschlossen (Teilmodul MA-LA GyGe-3.3). Hierfür sind weitere 2 Credit Points vorgesehen.

Credit Points: 2; die Vergabe der Credit Points setzt regelmäßige Teilnahme und Mitarbeit an den Seminarsitzungen sowie am Tutorium voraus.

Inhalt:

Vertiefende Auseinandersetzung mit musikpädagogischen und musikdidaktischen Fragestellungen zum Musiklernen, Musiklehren, Musikunterricht und zur musikalischen Bildung.

Das Kolloquium findet gemeinsam mit der Musikwissenschaft an Doktorand*innen-Tagen statt. Die Termine werden per Mail nach entsprechender, bis zum Semesterbeginn am 13.04.2026 erfolgter Anmeldung per Mail (orgass@folkwang-uni.de) bekannt gegeben (ebenfalls per Mail).

Das 'forschende Lernen' gehört in den Studiengängen Lehramt Musik zu den Anforderungen an die Praktikant*innen, und auch in Examina werden in zunehmendem Maße (im angemessenen Umfang) empirische Forschungen geplant, durchgeführt und in den schriftlichen Hausarbeiten dokumentiert und ausgewertet. Während hypthesentestende und rekonstruktive Forschungsmethoden in Seminaren vorbereitend thematisiert werden, wird die Frage nach jeweiligen Methodologien, also nach den grundlagentheoretischen Zusammenhängen, auf denen Methoden basieren, seltener im Studium behandelt. Allerdings bedingen die wirklichkeitstheoretischen, erkenntnistheoretischen, wahrheitstheoretischen und reflexionstheoretischen Grundlagen von Forschung, auch von 'forschendem Lernen', die gesamte Anlage eines Forschungsvorhabens: Methodik ist eine Funktion von Methodologie, nicht umgekehrt. – Im Seminar sollen aber nicht nur die angedeuteten (meta)theoretischen Themen besprochen, sondern auch anhand kleiner 'Pilotstudien' die forschungspraktischen Konsequenzen der methodologischen Ansätze erfahren und reflektiert werden. Hierzu werden Kontakte zu Musik Lehrenden des Marien-Gymnasiums in Essen-Werden und des Gymnasiums Essen-Werden genutzt. – Inhaltlich werden zwei mal zwei methodologische bzw. methodische Ansätze thematisiert, nämlich zum einen die "Kontexturanalyse" Till Jansens und Werner Vogds (Jansen & Vogd 2022, als Modifikation der "Dokumentarischen Methode" Ralf Bohnsacks, Bohnsack, 10. Aufl. 2021) und zum andern eine reflexionslogische Konkretisierung bzw. Spezifizierung (Orgass 2017) der "Grounded Theory" (Strauss, 2. Aufl. 1998 und Corbin & Strauss, 4. Aufl. 2015) bzw. der "Situational Analysis" (Clarke et al., 2. Aufl. 2018 und dies. 2016).